Trends in der Praxishygiene: So sorgen Sie 2022 für maximale Hygiene in der Zahnarztpraxis

Hohe Hygienestandards sollten gerade im medizinischen Umfeld, wie Arztpraxen und Krankenhäusern selbstverständlich sein. Schließlich treffen hier erkrankte Menschen nicht nur auf das medizinische Personal, sondern viele weitere Erkrankte. Die Gefahr, sich anzustecken oder Infektionskrankheiten weiterzugeben, ist bei mangelnder Hygiene entsprechend hoch. Covid-19 stellte viele Praxen durch die einfache Übertragung des Coronavirus vor besondere Herausforderungen. Vor allem beim Zahnarzt, wo der Kopfabstand zwischen Patient und medizinischem Personal äußerst gering ist, können viele Hygienestandards nicht aufrechterhalten werden. Schließlich muss die schützende Atemschutzmaske spätestens zur Behandlung der Zähne abgenommen werden.

Auch wenn zahlreiche allgemeine Schutzmaßnahmen inzwischen gelockert wurden, gibt es viele Hygienestandards, die weiterhin in den meisten Zahnarztpraxen gelten. Blanc Hygienic stellt die wichtigsten Trends der Praxishygiene vor.  

Hygienemanagement in der Zahnarztpraxis

Schon vor Covid-19 mussten Zahnarztpraxen in Bezug auf die Hygiene viele Vorschriften, Gesetze und Richtlinien beachten. Einen besonderen Stellenwert haben dabei die Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO), des Robert Koch-Instituts und des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Das Hygienemanagement beginnt dabei nicht erst, wenn ein Patient im Behandlungsstuhl sitzt. Bereits zuvor, aber auch danach müssen zahlreiche präventive Vor- und Nachbereitungen getroffen werden. Zu den wichtigsten Utensilien in einer Zahnarztpraxis gehören deswegen ausreichende Wisch- und Papiertücher, Desinfektionsspender vor allem im Türbereich, aber auch zur Flächendesinfektion und sanitäre Anlagen mit geeigneten Handseifen sowie Möglichkeiten zum hygienischen Abtrocknen der Hände.

Große Bedeutung kommt dabei der Reinigung und Desinfektion aller verwendeten Instrumente zu. Denn diese werden beim Zahnarzt direkt im Mundraum eingesetzt und sind einer entsprechend hohen Belastung mit Keimen, Viren oder Bakterien ausgesetzt. Zudem lauern durch das Anfassen kontaminierter Flächen oder Instrumente überall Infektionsgefahren.  

Aspekte der Praxishygiene beim Zahnarzt

Zu den wichtigsten Punkten des Hygienemanagements einer Zahnarztpraxis gehören folgende Aspekte:

  • Die richtige Handhygiene
  • Hygienemaßnahmen im Behandlungszimmer
  • Reinigung, Desinfektion und Sterilisation aller verwendeten Instrumente und Gegenstände
  • Vermeidung weiterer Übertragungswege  

Die richtige Handhygiene

Die Hände gehören zu den wichtigsten Übertragungsinstrumenten für Risikokeime und erfordern deswegen besondere Aufmerksamkeit. Zu den generellen Voraussetzungen für eine funktionierende Handhygiene gehören deswegen:

  • Verzicht auf Handschmuck
  • Kurze Nägel
  • Keine künstlichen oder lackierten Fingernägel

Des Weiteren sollen möglichst handberührungsfreie Armaturen sowie Seifen- und Desinfektionsmittelspender die Hygiene verbessern. Einmalhandtücher, die nach dem Abtrocknen entsorgt werden, tragen zusätzlich zu einer verbesserten Hygiene bei. Medizinisches Personal trägt Einmalhandschuhe, die nach jedem Patienten gewechselt werden und so die Gefahr einer Übertragung reduzieren.  

Hygienemaßnahmen im Behandlungszimmer

Im Zuge der Coronapandemie hat vermutlich jeder schon einmal etwas über Aerosole, also den feinen Sprühnebel, der beim Niesen, Husten und Atmen entsteht, gehört. FFP2-Masken sollen diesen Aerosolausstoff reduzieren, doch während der  Behandlung muss ein Patient die Maske abnehmen. Der Aerosolbereich rund um einen Patienten beträgt dann etwa 1,5 m. Dies bedeutet, dass im Umkreis des Behandlungsstuhls möglichst keine Gegenstände gelagert werden sollten, da diese sonst mit Aerosolen in Kontakt kommen könnten. Aus diesem Grund sind die Einrichtungsgegenstände und Oberflächen gerade beim Zahnarzt überwiegend glatt und minimalistisch, um sie jederzeit einfach reinigen zu können.

Aufgrund des geringen Abstands zwischen Patient und medizinischem Personal sollten weitere Schutzmaßnahmen getroffen werden. Hierzu gehört das Tragen einer Schutzkleidung bestehend aus Atemschutzmasken, Schutzbrillen oder Schutzvisier und Handschuhen. Um die Aerosolbelastung so gering wie möglich zu halten, sollte die Behandlung möglichst bei geöffnetem Fenster erfolgen.

Nach jeder Behandlung müssen alle patientennahen Oberflächen sorgfältig desinfiziert werden.  

Reinigung, Desinfektion und Sterilisation

Neben den Oberflächen müssen alle medizinisch-technischen Geräte, wie das Speibecken, die OP-Lampe, Schläuche, Kupplungen und vor allem auch die Absauganlage gesäubert und desinfiziert werden. Gerade bei der Absauganlage kann es ohne ausreichende Hygiene zu einem Reflux, also einem Rücklauf kommen und so der nächste Patient mit kontaminiertem Wasser in Kontakt kommen. Um dies zu verhindern, müssen nach jeder Behandlung Instrumente abgebaut werden und einen detaillierten Hygiene- und Sterilisationsprozess durchlaufen.
Die Reinigung der filigranen Instrumente mit schmalen Kanälen und Winkeln ist dabei besonders aufwendig. Eine maschinelle Aufbereitung kann hierbei eine höhere Sicherheit gewährleisten und ist oftmals der manuellen Reinigung vorzuziehen.  

Vermeidung weiterer Übertragungswege

Da viele Menschen in einer Zahnarztpraxis aufeinandertreffen, sollten auch außerhalb des Behandlungszimmers strenge Hygienestandards gelten. Dies beginnt mit einer gut organisierten Terminvergabe ohne lange Wartezeiten, um so das Patientenaufkommen so gering wie möglich zu halten und endet mit der regelmäßigen Desinfektion der gesamten Praxis. Des Weiteren sollte nach wie vor auf Händeschütteln verzichtet werden. Regelmäßiges Lüften und das Tragen von FFP2-Masken im Wartezimmer können die Hygiene weiter verbessern.  

Über den Autor:

Maximilian Schwack ist Hygieneexperte und Mitarbeiter der Blanc Hygienic Solutions GmbH in Neckarbischofsheim. Das Unternehmen ist Spezialist für Wasch- und Arbeitsraumhygiene und vereint über 30-jähriges Produktentwicklerwissen, Markterfahrung und Branchen Know-how zu einer Einheit. Ein im Detail aufeinander abgestimmtes Produkt-Portfolio sowie ein breitgefächertes Papier-, Füll- und Zusatzsortiment bietet eine bedarfsgerechte Auswahl an bewährten Qualitätsprodukten und sorgt für ein flächendeckendes Angebot aus einer Hand.

(Bildquelle: Pixabay.com – CC0 Public Domain)

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